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Deutschland

   Die Partnerregion: Das Emsland

Der Landkreis Emsland liegt an der unteren Ems in Niedersachsen in Nordwestdeutschland und erstreckt sich zu beiden Seiten des Flusses von dem Dorf Emsbüren bis zur Mündung der Ems. Einen Landsteifen von ca. 93 km Länge in Nord-Süd-Richtung und ca. 56 km in Ost-West-Richtung umfassend schließt der Landkreis die Landschaften Emsland und Hümmling ein. Das Gebiet ist geprägt von den Flüssen Ems und Hase und ihren Zuflüssen, dem ausgedehnten Moorland des Bourtanger Moors, das sich bis auf niederländisches Gebiet erstreckt, der Hümmlinger Geest und dem Lingener Land. Die höchsten Erhebungen sind der Windmühlenberg (91,7 m über NN) und der Windberg (72,7 m über NN). Lingen, Papenburg und Meppen (Kreisstadt) sind die größten Städte.

Plattdeutsch/plattdütsch, die Sprache Niedersachsens, wird vielerorts im Emsland noch von der einheimischen Bevölkerung gesprochen, besonders in den ländlichen Gebieten. Mit einer Einwohnerzahl von 107 pro Quadratkilometer ist dieser Landkreis einer der am dünnsten besiedelten der Bundesrepublik. Anders als in anderen Gegenden von Niedersachsen ist die emsländische Bevölkerung, die im Jahre 2005 309.613 Personen zählte, mehrheitlich römisch-katholisch. Aufgrund des Bevölkerungszuwachses aus Osteuropa ist der Prozentsatz der römisch-katholischen Gläubigen auf 82,3 % zurückgegangen (Volkszählung von 1987), während der Anteil der Protestanten auf 13,4 % beträgt. Die Geburtenrate im Emsland zählt zu den höchsten in Deutschland. 

1950 verabschiedete die Bundesregierung den Emsland-Plan, um den Lebensstandard in dem unterentwickelten Landkreis zu verbessern. Die Emsland GmbH wurde 1951 gegründet, nicht zuletzt finanziert mit amerikanischen Fördergeldern. Bis zum Jahr 1989 wurden 2,1 Milliarden DM investiert, hauptsächlich aus Töpfen der Bundesregierung und des Landes Niedersachsen.

Die Gründe für diese Bemühungen waren:

  • Die strukturelle Rückständigkeit der Region
  • Niederländische Landforderungen
  • Die Ansiedlung von geflohenen und vertriebenen Bauern aus den ehemals deutschen Gebieten Osteuropas
  • Wirtschaftlich vielversprechende Öl- und Gasfunde
  • Die unsichere Ernährungssituation

Mit Hilfe riesiger Tiefpflüge, der sogenannten Ottomeyer-Pflüge, die die Erde bis zu 2,4 m tief umpflügen konnten, wurden sowohl riesige Moorgebiete (z. B. das Bourtanger Moor) als auch Heideflächen umgegraben und landwirtschaftlich nutzbar gemacht, verständlich zu dieser Zeit, vom heutigen Umweltschutzstandpunkt her eher kritisch zu sehen. So begann eine tiefgreifende Veränderung der Region, die den Bau neuer Strassen und anderer Verkehrswege, Bauernhöfe und sogar vollkommen neuer Dörfer oder Siedlungen umfasste. 

 

Ursprünglich war das Arbeitsleben von Landwirtschaft und Torfabbau geprägt. Heute beherrschen moderne Industrie und Handel die emsländische Wirtschaft. Neben einer Reihe mittelständischer Unternehmen findet man Maschinen- und Motorenbau, Fahrzeugbau, Papierproduktion, Lebensmittelindustrie, Schiffsbau (z. B. Meyer-Werft in Papenburg) sowie Öl- und Gasindustrie, die Magnetschwebebahn-Teststrecke und die Mercedes-Benz-Teststrecke. Die Arbeitslosenzahlen liegen unter dem nationalen Durchschnitt.

 

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte:

1980

1985

1990

1995

2000

2003

2004

2005

65.157

64.777

74.482

84.691

90.007

90.722

89.460

89.365

Arbeitslose:
(Stand Oktober 2006)

Arbeitslose

Arbeitslosenquote

Freie Stellen

10.425

6,9 %

1.386

Außerdem wächst die Bedeutung des Tourismus in der Region. Der Landkreis entwickelt mit der Bevölkerung, den Traditionen und der Geschichte eine einzigartige Regionalkultur, die widerspiegelt, was herausragend und liebenswürdig ist. Diese Regionalkultur wurde benutzt, um eine spezielle Form des Kulturtourismus zu starten. Die charakteristische Landschaft, die kulturellen Angebote sowie die Attribute „familienfreundlich“ und „umweltfreundlich“ sollen Touristen anziehen.

Beispiele für diesen neuen Kulturtourismus sind die grenzüberschreitende Mühlen- Tour, der Kultoursommer sowie die Broschüren „Gärten und Parks im Emsland“ , „Großsteingräber im Emsland“ und „Dorferneuerung im Emsland“.